Wenn Meister feiern



Rund 500 Gäste kamen im Mayener Bundesbildungszentrums des Deutschen Dachdeckerhandwerks (BBZ) zusammen, um die frischgebackenen Meister und Meisterinnen des Dachdecker- und Klempnerhandwerks zu würdigen. Neun Monate lang haben sich die Schüler und Schülerinnen in über 1.800 Stunden auf die Meisterprüfung vorbereitet. 75 Männer und zwei Frauen haben es dann geschafft und wurden am 20. Mai gebührend gefeiert.
Das beste Ergebnis legte eine der beiden weiblichen Teilnehmerinnen, Jeanie Hess, mit 89,6 Punkten ab.
Ebenfalls im August 2016 startete das neunmonatige Fachschulstudium zum Fachleiter. 48 Studierende sind damit gleichzeitig Meister und Staatlich anerkannte Fachleiter für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik.
Weiterhin haben 15 Teilnehmer die Klempnermeisterprüfung bestanden. Als Bester schnitt hier Dominik Gärtner ab, der nicht nur die beste Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk ablegte, sondern auch der Beste von über 600 Meisterprüflingen im Handwerkskammerbezirk Koblenz war und dafür bereits von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer geehrt wurde.

BBZ-Geschäftsführer Artur Wierschem freute sich, dass nicht nur bundesweit Schüler nach Mayen kamen, sondern er sogar Teilnehmer aus Frankreich und Belgien begrüßen konnte. Das Fachleiterstudium sei übrigens einmalig in Deutschland, erklärte Wierschem.

Handwerk als Wertegemeinschaft
„Das Handwerk ist eine äußerst wichtige Wertegemeinschaft“, betonte Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), in seiner Festrede. Er rief die Meisterinnen und Meister auf, etwas von diesem Wertesystem zurückzugeben, in dem sie ausbilden und so dafür Sorge tragen, dass die hohe berufliche Qualifikation beibehalten bleibe. Das Handwerk trage in hohem Maße dazu bei, dass Deutschland wirtschaftlich so erfolgreich dastehe. Ein Erfolgsfaktor sei das duale Bildungssystem, für das Deutschland in aller Welt bewundert werde. „Mit Mut, Entschlossenheit und Innovationskraft kann das Handwerk Großes verwirklichen,“ so Esser und verwies auf prominente Beispiele aus der Wirtschaft wie Carl Benz und Robert Bosch, die als Schlosserlehrling bzw. Feinmechaniker starteten.

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